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Weltautomobilindustrie weiter auf Expansionskurs

Von der dynamischen Entwicklung der Weltkonjunktur konnte in 2006 auch die Automobilindustrie profitieren. Vor allem als Folge der höheren Nachfrage der sogenannten BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) stieg die weltweite Produktion von PKW und leichten Nutzkraftwagen um 4,1 % auf 66,3 Mio. Einheiten. Dabei konnten die Hersteller von PKW ihr Volumen um 6,6 % auf 42,9 Mio. Einheiten steigern, während leichte Nutzkraftwagen mit 23,5 Mio. Einheiten auf dem Vorjahresniveau verharrten. In Europa konnte die Produktion von PKW und leichten Nutzkraftwagen um 2,6 % auf 20,7 Mio. Einheiten erhöht werden. Dabei stieg die PKW-Produktion um 2,1 %, entsprechend 350 Tsd. Einheiten, auf 16,9 Mio. Fahrzeuge. Gleichzeitig konnte die Herstellung leichter NKW um rund 200 Tsd. Einheiten auf 3,9 Mio. Fahrzeuge ausgedehnt werden. Verursacht wurde der Anstieg der europäischen Produktion durch die zunehmenden Kapazitäten der zentral- und osteuropäischen Werke um 16 %. Hierzu trugen vor allem das neue Werk von Toyota/PSA in Tschechien, aber auch die steigende Produktion in der Slowakei, Russland, Rumänien und der Ukraine bei. Die Zahl der in Westeuropa hergestellten PKW und leichten Nutzkraftwagen ging dagegen um knapp 0,2 Mio. Einheiten auf 15,8 Mio. Fahrzeuge zurück. Dabei standen den Rückgängen in Großbritannien (-8,4 %), Frankreich (-7,2 %) und Schweden (-6,9 %) lediglich Italien (15 %) und Deutschland (1,5 %) als nennenswerte Wachstumsmärkte in dieser Region gegenüber. Der Marktanteil von dieselmotorisierten Fahrzeugen in Europa nahm weiter zu. Ihr Anteil erhöhte sich von 46 % im letzten Jahr auf über 47 % in 2006.

Produktion Fahrzeuge weltweit

In Nordamerika haben relativ hohe Kraftstoffpreise, geringere Rabatte sowie das nicht marktgerechte Produktprogramm von Ford, General Motors und Chrysler im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres tiefe Spuren hinterlassen. Aufgrund von Produktionsreduzierungen zum Abbau der umfangreichen Lagerbestände blieb die Produktion von PKW und leichten Nutzkraftwagen 2006 mit 15,3 Mio. um 0,5 Mio. Einheiten unter dem Niveau des Vorjahres. Dieser Rückgang geht vollständig zu Lasten der Pickup Trucks und Sport Utility Vehicles, die besonders hohe Kraftstoffverbräuche aufweisen. Ihr Anteil ging von 58 % in 2005 auf 54 % in 2006 zurück. An dem gleichzeitigen Anstieg der PKW-Produktion und der zunehmenden Nachfrage nach verbrauchsgünstigen kleineren Fahrzeugen konnten die asiatischen Hersteller überproportional partizipieren.

In Südamerika sorgten fallende Zinsen und eine robuste Binnenkonjunktur dafür, dass die Auswirkungen der Aufwertung des brasilianischen Real mehr als kompensiert wurden. Vor dem Hintergrund der weiter zunehmenden Nachfrage konnte die Produktion von PKW und leichten Nutzkraftwagen um 11 % auf 3 Mio. Einheiten gesteigert werden.

In Asien wuchs die Produktion von PKW und leichten Nutzkraftwagen um 9 % auf 25,6 Mio. Einheiten. Getrieben war diese Entwicklung vor allem vom weiter boomenden Automobilmarkt in China, dessen Produktion von PKW und leichten Nutzkraftwagen um nochmals 28,1 % auf 6,6 Mio. Einheiten anstieg. Damit verdrängte die chinesische Automobilindustrie Deutschland von Platz 3 der weltweit größten Automobilherstellerländer. Eine deutlich geringere Zunahme der Produktion verzeichneten dagegen Japan mit 0,5 Mio., Indien mit 0,3 Mio. sowie Korea mit 0,1 Mio. zusätzlichen Einheiten.

Positiver als zu Anfang des Jahres erwartet entwickelte sich auch die Produktion von mittleren und schweren Nutzkraftwagen, die 2006 weltweit um 10,5 % auf rund 2,7 Mio. Einheiten erhöht werden konnte. In Westeuropa stieg die Produktionszahl von Nutzkraftwagen um insgesamt 4,5 % auf 475 Tsd. Einheiten vor allem aufgrund eines Wachstums in Frankreich um 17,9 %. Das Produktionsvolumen in Deutschland, dem europaweit größten Nutzkraftwagen-Herstellerland, stieg um 3,7 % auf 175 Tsd. Einheiten. In Schweden und Spanien musste die NKW-Produktion dagegen einen Rückgang um -1,2 % bzw. -1,1 % verzeichnen. In den zentral- und osteuropäischen Ländern wurde die Produktionssteigerung von mittleren und schweren Nutzkraftwagen um 5,6 % auf 150 Tsd. Einheiten vor allem durch den Anstieg der Produktion in Russland und Weißrussland verursacht.

In der NAFTA-Region konnte das Produktionsvolumen von Nutzkraftwagen um 9,3 % auf 648 Tsd. Einheiten gesteigert werden. Mit 11,7 % leisteten schwere NKW über 15 t hierzu einen überproportionalen Beitrag. Ursache dieser Produktionserhöhung um 40 Tsd. Einheiten im vergangenen Jahr waren vor allem vorgezogene Käufe aufgrund der in 2007 verschärften Abgasgesetzgebung EPA 07, die zu einem deutlichen Kostenschub führen wird.

Die Nutzkraftwagenproduktion der Hersteller in Südamerika übertraf mit 165 Tsd. Einheiten den Vorjahreswert leicht. Ursache dafür waren insbesondere die gestiegene Produktion in Kolumbien und Venezuela sowie die neue Strategie der großen Hersteller, Brasilien als Produktionsbasis für den Export in Entwicklungs- und Schwellenländer zu nutzen.

In Asien stieg die Produktion von mittleren und schweren NKW um 15,5 % auf 1.307 Tsd. Einheiten. Auslöser dieser Entwicklung war eine hohe Nachfrage, die in den meisten Entwicklungs- und Schwellenländern Asiens durch die boomende Wirtschaft induziert wurde. Der höchste Anstieg gegenüber dem Vorjahr wurde dabei in China mit 75 Tsd. auf 575 Tsd. Einheiten, gefolgt von Indien mit 50 Tsd. auf 280 Tsd. Einheiten, erreicht. In Japan stieg die Nutzkraftwagenproduktion um 46 Tsd. auf 406 Tsd. Einheiten an.

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